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Ausschaltverzögerung für eine LED III.

21.04.2020

In zwei vorherigen Artikeln (Ausschaltverzögerung I. und Ausschaltverzögerung II.) wurde auf zwei verschiedene Arten erläutert, wie eine LED per Knopfdruck eingeschaltet wird und dann nach einiger Zeit wieder erlischt. Hier wird nun eine Methode unter Zuhilfenahme des winzigen und recht billigen C005 Delay-Moduls beschrieben.

C005 Delay-Moduls

Spezifikationen laut Hersteller

Verwendete Bauteile

Funktionsweise und Anschlüsse des C005-Moduls

Anschlüsse des C005-Moduls

Das C005-Modul ist ein einmaliger Timer-Baustein, der an seinem Ausgangs-Pin (OUT) für eine gewisse Zeit ein LOW-Signal anliegen hat (entspricht der VCC-Spannung), bis es nach der entsprechenden Verzögerungszeit wieder auf HIGH umschaltet. Das Auslösen des LOW-Signals am Ausgang wird über den den TRIGGER-Pin ausgelöst, welches schaltet, sobald LOW anliegt. Die Verzögerungszeit des Moduls wird mit einem externen Widerstand eingestellt der (wie im Bild oben violett markiert) an die entsprechenden Pad befestigt werden muss.
Hinweis: Die Verzögerungszeit lässt sich nicht durch erneutet triggern verlängern, sondern läuft aus bis zum Ende und kann erst dann wieder erneut ausgelöst werden!

Aufbau und Test

Um das Modul auf einem Breadboard ausprobieren zu können, bietet sich an, an beiden Seiten männliche Stiftleisten (4fach) anzulöten:

C005-Modul mit angelöteten Stiftleisten

Der einfachste Aufbau mit einer LED, die nach einiger Zeit ausgehen soll, ist im folgenden Bild erklärt. Der Trigger-Anschluss wird mit einem Pullup-Widerstand (R1: 10kΩ) versehen. Dazu folgt ein Mikrotaster, der beim Drücken das Signal auf GND zieht und somit LOW am Trigger-Anschluss anliegt. Der Ausgang (OUT) wird mit einer LED samt Vorwiderstand (R2: 1kΩ) beschaltet, wobei darauf zu achten ist, dass die Kathode (Minus-Pol) der LED zum Ausgang hinzeigt. Der VCC-Pin wird mit einer Spannungsquelle (hier 5V aus einem 18650 Batterie-Board) verschaltet und über einen Glättungskondensator (C1: 100nF=0,1µF) mit GND verbunden.
Die Verzögerungszeit wird mit dem Widerstand R3 eingestellt. Im Versuch wurden 10kΩ, 15kΩ und 47kΩ nacheinander verwendet, um so die Änderungen in der Verzögerungszeit zu veranschaulichen. (Selbstverständlich ist es möglich mit einem Potentiometer statt R3 die Verzögerungszeit variabel zu gestalten)

Aufbau der Schaltung mit dem C005-Modul
Abb.: Aufbau der Schaltung mit dem C005-Modul
Video: Demonstration des C005-Moduls mit verschiedenen Verzögerungszeiten

Verzögerungszeiten

Man findet im Internet an vielen Stellen die folgende Übersicht über die Verzögerungszeiten des C005-Moduls. Mit "Resistance" ist der Widerstand R3 im obigen Schaltbild gemeint.

Verzögerungszeiten des C005-Moduls

Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die beiden Pad-Paare P1 und P2 aus obigem Schaltbild offen sind.
Verbindet man die Pads in P1, so wird die Verzögerungszeit 8× mal so lang und verbindet man die Pads in P2, so wird die Verzögerungszeit 64× mal so lang. Beim Verbinden der Pads in beiden Paaren wird die Verzögerungszeit 512× mal so lang. Mit dieser maximalen Multiplikation kann man wohl die 1000 Stunden der Hestellerangabe erreichen.

Anwendungsbeispiel

Anstatt nur eine LED zum verzögerten Ausschalten zu bringen, kann man auch stattdessen einen Optokoppler damit bedienen und eine Ausschaltverzögerung für eine Treppenhaus- oder Kellerbeleuchtung erstellen:

C005-Modul als Steuerung eines Optokopplers
Abb.: C005-Modul als Steuerung eines Optokopplers (Quelle: unbekannt)