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Bausatz: Oszilloskop

Da ich mein Budget nicht für ein professionelles Oszilloskop strapazieren wollte, ich jedoch einige Messungen vornehmen wollte, für die ein Oszilloskop notwendig waren, kam ich nach einiger Suche auf den hier vorgestellten Bausatz "KKmoon DSO138 Digital Oszilloskop Kit". Ich habe dafür knappe EUR 35.- bezahlt und nach einigen Tage ein Paket mit dem Bausatz in Händen gehalten.

Aufbau

Nach dem Öffnen fand ich alle Teile vollständig vorhanden, dazu eine kurze aber hilfreiche Bestückungsanleitung und ein Benutzerhandbuch in englischer Sprache. Ich habe noch ein paar Euro mehr investiert und dazu wurde noch ein Acryl-Gehäuse mitgeliefert. Die winzigen SMD-Teile waren schon vorgelötet, so dass ich nur noch die größeren Teile zu verbauen hatte.
Hier einige Impressionen des Aufbaus:

Aufbau des DSO138

Nach 2-3 Stunden nicht allzu schwieriger Lötarbeit waren alle Teile erfolgreich verbaut. Nun konnte das Oszilloskop in Betrieb genommen werden. Es funktionierte auf Anhieb und nach dem Anschluss der mitgelieferten Kabel (BNC auf kleine Krokodilklemmen) konnten die ersten Messungen beginnen.

Fazit

Einfaches und günstiges Oszilloskop für die Hosentasche, welches brauchbare Werte für "Alltags-Messungen" liefert. Außerdem eine nette Löt- und Bastelübung für zwischendurch, bei der auch etwas wirklich Brauchbares herauskommt.

Technische Daten

Hinweis: Die folgenden Daten sind direkt vom Hersteller genannt (daher auch etwas holpriges deutsch).

Maximale Echtzeit-Abtastrate 1Msps
Genauigkeit 12Bit
Stichproben Puffertiefe 1024 Bytes
Analoge Bandbreite 0-200KHz
Vertikale Empfindlichkeit 10mV / Div 5V / Div (1 2 5 progressive Weise)
Eingangsimpedanz 1MΩ
Maximale Eingangsspannung 50Vpp (1: 1 Sonde), 400Vpp (10: 1 Sonde)
Kopplungsmodi DC / AC / GND
Horizontaler Zeitbasis-Bereich 10μs / Div 50s / Div (1 2 5 progressive Weise)
Versorgungsspannung DC 9V

Bedienung

Das das Manual des DSO138 etwas spartanisch ausfällt, hier noch einige Hinweise zur Bedienung.

Modi

Die folgenden Modi können mit der "SEL"-Taste durchgeschaltet werden:
"Grundlinie"
In diesem Modus lässt sich die Grundlinie der Messung verschieben
"Zeitbasis"
Hier wird angezeigt, wieviele Zeit ein Feld in der X-Achse (horizontal) besitzt
"Triggerfunktion"
"AUTO": Die Messung läuft kontinierlich weiter, auch wenn nichts getriggert wird.
"NORM": Es wird ein voller Bildschirm gemessen und hält dann automatisch an.
"SING": Sobald der Triggerpunkt ausgelöst wird, wird genau ein Signal angezeigt und hält dann automatisch an.
"Invertierung"
Einfache Invertierung des Signals
"Triggerlevel"
Einstellung des Triggerpunktes.
"Horizontalposition"
Verschiebung des ganzen Bildes
Modi
Abb.: Modi

Schaltelemente

Schalter "CPL"
Dies ist die Kopplung, wobei "GND" (Ground = Masse), "AC" (Wechselstrom) und "DC" (Gleichstrom) gewählt werden können.
Schalter "SEN1"
Die ist die Empfindlichkeit (Sensitivity). Eoinstellbar sind 1V, 0,1V und 10mV
Schalter "SEN2"
Dies ist der Multiplikator für SEN1, d.h. X5, X2 und X1

Einige Knöpfe haben mehrere Funktionen, je nach Modus. Der Modus wird mit SEL durchgeschaltet, wobei der aktive Modus immer durch eine cyan-farbene Hervorhebung kenntlich gemacht wird. (siehe Bilder)

Taste "OK"
Anhalten ("HOLD") bzw. Fortsetzen ("Running") des Signals durch einfaches, kurzes Drücken des Knopfes.
Modus "Grundlinie": >2s Drücken: Kalibierung der Meßlinie
Modus "Zeitbasis": >2s Drücken: Ein/Ausblenden von Informationswerten
Modus "Triggerlevel": >2s Drücken: Level wird auf 0 gesetzt
Modus "Horizontalposition": >2s Drücken: Signal wird genau in die Mitte verschoben
Taste "+"
"Grundlinie": Verschieben der Grundlinie nach oben
"Zeitbasis": Verringerung der Zeitbasis (min. 10µs)
"Triggerfunktion": Wechsel der Funktion
"Invertierung": Umkehrung des Signals
"Triggerlevel": Erhöhung des Triggerpunktes (in Volt)
"Horizontalposition": Verschiebung nach links
Taste "-"
"Grundlinie": Verschieben der Grundlinie nach unten
"Zeitbasis": Erhöhung der Zeitbasis (max. 500s)
"Triggerfunktion": Wechsel der Funktion
"Invertierung": Umkehrung des Signals
"Triggerlevel": Senkung des Triggerpunktes (in Volt)
"Horizontalposition": Verschiebung nach links
Taste "SEL"
Durchschaltung der verschiedenen Modi
Taste "RESET"
Vollständiger Reset des Gerätes (Neustart)
Ausgang "J2" für Test-Signal (1KHz bei 3,3V)

Kalibrierung

CPL auf GND stellen. Dann sollte die flache Meßlinie genau vertikal in der Mitte liegen. Falls dies nicht der Fall ist, dann mit SEL solange durchschalten, bis die Grundlinie aktiviert ist (siehe Abbildung). Dann entweder mit "+" und "-" solange die Grundlinie verschieben, bis sie auf 0 steht. Im Fall, dass die Meßlinie nicht auf der Grundlinie liegt, dann die "OK"-Taste für länger als zwei Sekunden gedrückt halten und die Meßlinie sollte sich mittig ausrichten.
Damit ist das Oszilloskop kalibriert und kann richtig verwendet werden.

Kalibrierung abgeschlossen
Abb.: Kalibrierung erfolgreich abgeschlossen

Test des Geräts mit eingebautem Test-Signal

Am Ausgang J2 (siehe Bild) kann ein Test-Signal abgegriffen werden, welches 1KHz bei 3,3V liefert. Zur Anzeige dieses Test-Signals wird die rote Krokodilklemme an J2 angeschlossen (schwarz bleibt offen). Wenn die Kopplung CPL auf "AC", SEN1 auf "1V" und SEN2 auf "X1" umgeschaltet wird, sieht man ein Rechteck-Signal, welches vermutlich noch nicht richtig getriggert ist und durch den Monitor "durchläuft". Zur richtigen Triggerung zunächst mit der SEL-Taste auf den Modus "Triggerpunkt" gehen und dann entweder mit "+" und "-" dem Punkt entsprechend verschieben oder durch längeres Drücken der "OK"-Taste den Triggerpunkt auf Null-Stellung bringen. Nun haben wir ein gut sichtbares Rechteck-Signal. (Evtl. nochmals kurz auf "OK" drücken, damit der Modus wieder auf "Running" springt). Die Triggerung wird durch die grüne LED zusätzlich angezeigt.

Test-Signal abgreifen
Abb.: Test-Signal abgreifen

Eine gute Video-Anleitung kann man auch auf YouTube sehen:
Plauderei am Donnerstag 7: Das 20$ - Oszilloskop

DSO138 im Live-Betrieb

Video: DSO138 im Test mit einem Signal einer E-Gitarre